Archiv für den Monat: September 2017

Notwendigkeit von Produkt Bewertungen

07. September 2017 – Heute morgen kam eine Kollegin – vollkommen aufgelöst – ins Büro. Sie hatte sich ein „neues“ Samsung Galaxy S5 über einen grossen Internethändler bestellt. Dieser verschickte und verkaufte im Auftrag eines anderen Händlers.

Handy ausgepackt, Karte rein, PIN eingegeben – bitte Entsperrcode eingeben.

Schnell hatten wir herausgefunden, es handelt sich um einen Netzsperrcode. Da wir keinerlei weiteren Infos zur Herkunft des Gerätes finden konnten, schaute ich mir das Angebot beim Internethändler an. Nach seiner BEschreibung handelte es sich um ein neues Handy. Als ich mir das Handy ansah, konnte ich allerdings schon Gebrauchsspuren finden. Also kurz den Händler im Internet gesucht. Es scheint ein Händler zu sein, der ausschliesslich mit refurbish-Geräten arbeitet. Das bedeutet, dass es sich um gebrauchte, aber aufgearbeitete Geräte handelt.

In der Artikelbeschreibung stand nichts dazu. Also kurz die Bewertungen angesehen. Direkt auf der ersten Seite fallen zwei ins Auge:

  • Zubehör lag lose im Karton und es stand zwar Samsung drauf, es waren aber wohl Plagiate, IMEI Nummer auf dem Aufkleber passt nicht zur IMEI Nummer die das Gerät tatsächlich hat, Prüfung hat ergeben: Gehäuse aus Deutschland. Mainboard aus Frankreich, Software aus Holland. Als der Händler dies liest versucht er die schlechte Rezension „wegzukaufen“
  • Nach einem Defekt innerhalb der Gewährleistung wurde der Kunde an ein Reparaturcenter verwiesen, dieses stellte fest, dass das Gerät bereits 2014 in England registriert wurde und das Zubehör nicht original sein, obwohl Samsung draufsteht.

Tja, hier gibt es jetzt ein gebrauchtes Handy mit Netzsperre, welches nicht als aufgearbeitet deklariert wurde und entsprechend auch nicht nutzbar ist.

Fazit: man darf im Internet nicht auf gute Bewertungen vertrauen, diese werden oft erkauft oder unter verschiedenen Accounts einfach selber geschrieben. Aber auf jeden Fall (!!!) sollte man auf schlechte Bewertungen achten. Mit etwas Fingerspitzengefühl die sinnlosen herausfiltern (z.B. „Versand dauerte zu lange“ oder „ich hatte mir die Farbe anders vorgestellt“), dann kann man sich durchaus ein Bild vom Produkt und vom Verkäufer machen. Aufgrund dieser beiden Bewertungen hätten bei mir z.B. sämtliche Alarmglocken geklingelt.