Opfertyp

Wer jemanden schlagen möchte, sucht sich keinen gleichwertigen oder höherwertigeren Gegner. Er sucht ein Opfer.

Aus diesem Grund werden Personen, die höherwertiger, also stärker erscheinen, direkt ausgeklammert. Personen, die sich nicht einschüchtern lassen und dem potenziellen Schläger selbstbewusst gegenüber treten, werden eher aussortiert, quasi sicherheitshalber. Wer jedoch von vorneherein Schwäche und Angst demonstriert, ist ideal geeignet. Von ihm ist keinerlei Gegenwehr zu erwarten, eher eine Art Schockstarre.

Ein „Opfer“ hat wenig Selbstbewusstsein. Es schätzt den Aggressor anhand Ihrer Erscheinung und Körperhaltung einein und stellt fest, dass er keine Chance hätte. Dies wirkt sich auf seine Ausstrahlung und sein Verhalten aus. Es zeigt deutlich „ich habe Angst, ich habe Dir nichts entgegenzusetzen, bitte lass mich in Ruhe“.

Wer jetzt schlau ist denkt sich „also gebe ich mich sehr selbstbewusst, dann kann mir nichts passieren“. Grundsätzlich ein guter Gedanke, der auch in vielen Fällen zum Erfolg führen wird. Aber was ist mit der Person, die unter Gruppenzwang handelt („eh Alter, wetten Du traust Dich nicht, dem Typen da eine reinzuhauen“), bei dem der Angreifer zum Feigling wird, wenn er nichts macht. Oder wenn er sich körperlich so überlegen fühlt, dass ihm Ihr Selbstbewusstsein egal ist. Selbstbewusstsein kann massive körperliche Unterschiede eigentlich nie ausgleichen. Bei gleichwertigen Angreifertypen wird man durchaus bluffen können und mehr erscheinen als man ist. Aber man wird Grenzen kennen lernen. Insbesondere wenn einem zwei oder mehr Angreifer gegenüber stehen, wird sich gespieltes Selbstbewusstsein schnell in Nichts auflösen.

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