Selbstverteidigung

Das Gesetz kennt Selbstverteidigung als Notwehr. Grob zusammengefasst bedeutet Selbstverteidigung, dass man sich gegen körperliche Angriffe zur Wehr setzen darf. Dies gilt mit kleinen Einschränkungen, was ich kurz an Fallbeispielen zeigen möchte.

Verteidigung gegen rechtswidrige, gegenwärtige Angriffe

Das Gesetz sagt zur Notwehr, unter die die Selbstverteidigung fällt, dass ein gegenwärtiger und rechtswidriger Angriff vorliegen muss. Genwärtig heisst, ich werde in diesem Moment angegriffen und wehre mich dagegen. Rechtswidrig heisst, dass der Angreifer das eigentlich nicht darf, weil ich nichts getan habe. Also ist es nicht ok, jemandem etwas wegzunehmen und wenn der sich das zurückholen will, auf ihn einzuprügeln. Genau wenig o.k. ist es, erst mal ein paar Stunden oder Tage zu warten, sich dann auf die Suche nach dem Angreifer zu machen und sich zu rächen.

Verhältnismässikeit in der Selbstverteidigung

Das Gesetz klare Grenzen und nennt diese „Verhältnismässigkeit“. Das heisst, man muss einen Angriff so abwehren, dass man selber sicher ist, der Gegenüber aber nur den geringstmöglichen Schaden davon trägt. Jemanden in Erwartung einer Ohrfeige den Kopf abzuschlagen ist sicher genau so wenig verhältnismässig, wie eine Frau mit einer Pfanne aus sicherer Entfernung zu erschiessen.

Hier gibt es noch eine Einschränkung, die in der Praxis aber eher selten Anwendung findet und kaum zu beweisen sein dürfte. Wer nämlich besondere Angst hat oder besonders bestürzt ist, der ist von der Verhältnismässigkeit ausgenommen. Wenn also statt dem Nachbarn plötzlich 6 Neonazis mit Kampfhunden vor uns stehen und statt einer Ohrfeige beginnen die Schlagringe überzustreifen, stehen – zumindest theoretisch – unsere Chancen wesentlich besser, ungestraft davon zu kommen, wenn wir eine Machete zum Rundumschlag schwingen.

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