Esterel Klappwohnwagen

Lange Jahre war ich mit einem Zelt im Urlaub, eine extra Schlafkabine für mich, eine für mein Gepäck. In einem Jahr riss mir ein Sturm eine Naht kaputt, im nächsten Jahr beim neuen Zelt war ein Sturm so stark, dass ich mit dem Auto ums Zelt herum fuhr, um den Winddruck wegzunehmen. So stand 2011 fest, ich brauche einen Wohnwagen.

Allerdings hatte ich nur einen kleinen Opel Astra F mit 72 PS und Automatikgetriebe. Das schränkte zumindest die Grösse und das Gewicht erheblich ein.

Im gleichen Jahr sah ich eine Familie mit einem Rapido Klappwohnwagen auf dem Campingplatz. Hier wurde aus kleinem Anhängervolumen ein riesiger Wohnraum gefaltet. Fand ich toll.

Zuhause angekommen wurde das Internet strapaziert. Dabei stiess ich auf eine noch interessantere Alternative zum Rapido, nämlich auf den Esterel. Ein framzösischer Hersteller, der Klappwohnwagen hergestellt hatte, bei denen man nur noch die Seitenwände hochklappen muss und nicht wie beim Rapido 2 Personen benötigte. Die Entscheidung war gefallen, ein Esterel musste her.

Im Internet gab es diverse Esterel in verschiedensten Preisklassen. Einer stand nur etwa 30 km weit weg, war aber auch der teuerste. Ich meldete mich in einem Esterel Forum an, fragte nach einer Kaufberatung. Dabei stellte sich heraus, dass der Besitzer dort bekannt war und der Wohnwagen als kauftauglich eingestuft wurde.

Bei der Besichtigung wies mich der Besitzer auf alle Schwachstellen hin, liess mich den Wohnwagen in Ruhe untersuchen, liess sich aber auf keine Preisverhandlungen ein. Stattdessen war er bereit, den TÜV neu zu machen und eine Gasprüfung zu machen.

Den neuen TÜV bekam ich, die Gasprüfung leider nicht. Die offizielle Version war, dass beim TÜV das Messgerät kaputt war, es dürfte aber eher der schlechte Anschluss in Verbindung mit dem steinalten Gasdruckregler gewesen sein. Sei es drum, ich wollte sowieso Strom und kein Gas benutzen.

Zuhause wurde der Wohnwagen dann etwas umgestaltet. Die hintere Sitzgruppe wich einem festen Bett (130 x 200cm), es wurden Vorhänge an die Gardinenleisten gebracht und ich stellte fest, dass der Boden zwar nicht morsch war, aber doch irgendwie weich. Die Lösung brachte Carsten, indem er mir Verstrebungen nach meinen Wünschen in das Fahrgestell schweisste.

Seitdem bin ich mit dem Wohnwagen jedes Jahr im Urlaub. In der restlichen Zeit steht er, zusammengeklappt und mit Luftentfeuchtern versehen, in einer Einzelgarage.